Die KZ-Gedenkstätte Dachau ist ein zentraler Erinnerungs- und Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus. Sie wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau eingerichtet, das von 1933 bis 1945 bestand.
Im Rahmen einer Überblicksführung (Dauer ca. 2,5 Stunden) erhalten die Teilnehmenden an authentischen Orten wie dem Appellplatz, dem „Bunker“, dem Jourhaus, dem Krematorium sowie im Museum einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Konzentrationslagers, das System der NS-Verfolgung sowie das Leben der Häftlinge.
Neben der Überblicksführung können auch thematische Rundgänge (Dauer ca. 4 oder 6 Stunden) gebucht werden. Diese beinhalten ebenfalls eine Überblicksführung, widmen sich jedoch darüber hinaus in einer vertiefenden Einheit einem spezifischen Aspekt der Geschichte des Nationalsozialismus. Die Themen werden an ausgewählten Stationen vor Ort sowie in anschließenden Diskussionsrunden behandelt und in Beziehung zur Gegenwart gesetzt.
Hinweis: Die thematischen Rundgänge werden für Teilnehmende ab ca. 15 Jahren empfohlen.
Thematische Rundgänge: Themenschwerpunkte
Täter im Nationalsozialismus
Profile, Motive – und der „SS-Mann in uns“
Dieser thematische Rundgang setzt sich mit den Tätern auseinander: Wer waren sie, was trieb sie an, und wie sah ihr Alltag im System des Terrors aus? Neben historischen Fakten geht es auch um die Frage, inwiefern Täterverhalten ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist.
Zivilcourage damals – Zivilcourage heute
Mitläufer, Zuschauer, Wegschauer …?
Im Fokus stehen Menschen, die trotz Unterdrückung für andere eintraten – etwa Helferinnen, Widerstandskämpferinnen oder solidarische Häftlinge. Es wird die Frage gestellt, wie Zivilcourage damals möglich war – und wie sie heute gelebt werden kann.
Dachau und das Lager
Die Dachauer Bevölkerung und das Konzentrationslager
Dieser Rundgang thematisiert das Verhältnis zwischen der Stadt Dachau und dem KZ. Beleuchtet werden unter anderem Informationsstände der Bevölkerung, wirtschaftliche Verbindungen sowie der Umgang mit der Vergangenheit nach 1945.
Häftlingsschicksale
Leben und Leiden im KZ Dachau
Anhand ausgewählter Biografien aus dem „Dachauer Gedächtnisbuch“ wird das Leben einzelner Häftlinge greifbar gemacht. Die Schicksale werden im Rundgang mit historischen Orten in Verbindung gesetzt und anschließend gemeinsam reflektiert.
Jüdische Häftlingsschicksale
Leben und Leiden jüdischer Gefangener im KZ Dachau
Mit Fokus auf die Erfahrungen jüdischer Gefangener werden Biografien erschlossen, antisemitische Strukturen analysiert und die Geschichte in Verbindung mit dem Gedenkort sichtbar gemacht. Auch aktuelle Bezüge werden diskutiert.
Glaube in der Diktatur
Religion und Kirche im Nationalsozialismus
Im Mittelpunkt stehen religiöse Häftlinge sowie das Verhältnis von Kirchen und Glaubensgemeinschaften zur NS-Diktatur. Optional kann eine begleitende Filmanalyse (z. B. „Der neunte Tag“) in den Rundgang integriert werden.
Antisemitismus
Geschichte und Gegenwart judenfeindlicher Vorurteile und Gewalt
Dieser thematische Rundgang beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung des Antisemitismus ebenso wie mit seinen Erscheinungsformen in der Gegenwart. Bestandteil ist auch ein Argumentationstraining gegen antisemitische Mythen und Verschwörungsideologien.
Für bayerische Schulen sind kostenfreie Überblicksführungen möglich: Anfrage und Anmeldung direkt unter www.kz-gedenkstätte-dachau.de.
(ÖPNV-Information: Zone 1)