65 Jahre alpetour - im Gespräch mit unserem Geschäftsführer Nick Scharifzadeh

alpetour Geschäftsführer Nick Scharifzadeh im Interview zum 65jährigen Jubiläum

Passend zu unserem Jubiläumsmotto „Erlebnisse, die bleiben. Damals, heute und in Zukunft.“ spricht Geschäftsführer Nick Scharifzadeh über die Werte, die alpetour seit 65 Jahren prägen, die Bedeutung gemeinsamer Reiseerlebnisse und darüber, wie er das Familienunternehmen nach dem Generationswechsel in die Zukunft führen möchte.

 

Damals

Vom Azubi zum Geschäftsführer – was macht alpetour für Sie seit all den Jahren besonders?

Für mich war alpetour eigentlich nie nur ein Arbeitgeber. Ich habe hier meine Ausbildung begonnen und über viele Jahre die Möglichkeit bekommen, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Das Vertrauen, das mir schon als Auszubildendem entgegengebracht wurde, hat mich geprägt und immer wieder aufs Neue motiviert.

Was alpetour darüber hinaus für mich besonders macht, ist der familiäre Charakter des Unternehmens. Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist außergewöhnlich und genau dieses Miteinander hat mich über all die Jahre begleitet. Dass ich heute als Geschäftsführer Verantwortung übernehmen darf, ist für mich alles andere als selbstverständlich.

 

Gunther und Winfried Knötig haben alpetour über Jahrzehnte geprägt. Was haben Sie von ihnen für Ihren eigenen Weg als Geschäftsführer lernen und mitnehmen dürfen?

Gunther und Winfried Knötig haben mir vor allem eines mit auf den Weg gegeben: Bei jeder Entscheidung immer alle Beteiligten im Blick zu behalten – unsere Kundinnen und Kunden, unsere Leistungspartner und natürlich unser Team. Gute Lösungen entstehen dann, wenn alle Seiten zufrieden sind. Ein Satz von Gunther Knötig ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: „Es sollen alle mit einem Lächeln vom Verhandlungstisch aufstehen.“ Dieses Verständnis von partnerschaftlicher Zusammenarbeit begleitet mich bis heute.

Außerdem habe ich gelernt, dass nachhaltiger Erfolg wichtiger ist als kurzfristige Gewinne. Langjährige, vertrauensvolle Partnerschaften sind für alpetour seit jeher ein wesentlicher Erfolgsfaktor – und daran möchte ich auch in Zukunft festhalten.

 

Viele Unternehmen kommen und gehen. alpetour besteht seit 65 Jahren. Was ist das Erfolgsrezept?

Unser größtes Erfolgsrezept sind ganz klar die Menschen, die hinter alpetour stehen:

Wir haben engagierte, leistungsstarke und gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, jeden Tag mit viel Leidenschaft für unsere Kunden da sind.

Dazu kommen unsere langjährigen Partnerschaften. Viele Busunternehmen, Hotels und andere Leistungsträger arbeiten bereits in der zweiten oder sogar dritten Generation mit uns zusammen. Dieses gegenseitige Vertrauen ist über Jahrzehnte gewachsen und lässt sich nicht einfach ersetzen.

Und das gilt auch für unsere Kunden. Manche begleiten uns bereits seit vielen Jahrzehnten. Das Konfirmanden Ferien Seminar zum Beispiel fährt seit 1967 mit uns jedes Jahr drei Wochen nach Südtirol mit zeitweise an die 1.000 Jugendlichen pro Jahr, die Wandergruppe vom Wanderbund Sachsen-Anhalt bereits seit 1990 regelmäßig mit über 300 Personen. Und nicht zu vergessen unsere langjährigen Stammkunden im Bereich Klassenfahrten und Gruppenreisen. All diese Beziehungen sind für mich etwas ganz Besonderes und zeigen, dass Vertrauen und Verlässlichkeit langfristig den größten Erfolg bringen.

 

Heute

Das Jubiläumsmotto lautet „Erlebnisse, die bleiben“. Warum sind gemeinsame Reiseerlebnisse – gerade auf Klassenfahrten und Gruppenreisen – auch heute noch so wertvoll?

Ich glaube, jeder erinnert sich an mindestens eine seiner Klassenfahrten. Für viele ist es das erste Mal, dass sie mehrere Tage ohne ihre Eltern unterwegs sind, Verantwortung übernehmen und viele neue Erfahrungen sammeln. Genau diese Erlebnisse in einer Gruppe bleiben oft ein Leben lang in Erinnerung.

Ich denke dabei auch gerne an meine eigenen Klassenfahrten zurück. Mein erstes Skilager führte mich nach Saalbach-Hinterglemm. Zugegeben – ich stand auf Klassenfahrten auch das eine oder andere Mal kurz vor einem Verweis. Mit zusätzlichen Referaten, dem Putzen des Speisesaals oder sogar Kochen für die Lehrkräfte konnte ich das gerade noch abwenden. Heute muss ich selbst darüber schmunzeln und habe großen Respekt davor, was Lehrkräfte auf Klassenfahrt leisten.

Aber genau diese Erinnerungen machen Klassenfahrten und Gruppenreisen aus: Es entstehen Geschichten, die man sich noch Jahre später erzählt. Und häufig sind es gerade die kleinen Pannen oder unerwarteten Situationen, über die man im Nachhinein gemeinsam am meisten lacht.

 

Hinter jeder erfolgreichen Reise stehen Menschen. Was zeichnet die Mitarbeitenden bei alpetour aus?

Unsere MItarbeitenden bringen eine große Begeisterung für die Aufgaben und Reiseziele mit, die sie betreuen. Gleichzeitig zeichnen sie Zuverlässigkeit, hohe Einsatzbereitschaft und viel Leidenschaft aus. Dieses Engagement spüren auch unsere Kunden.

Und was ich besonders schätze: jeder einzelne hat ein gutes Gespür für Menschen. Denn am Ende planen nicht Unternehmen gemeinsam Reisen, sondern Menschen. Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen die richtigen Partner auswählen und vertrauensvoll zusammenarbeiten, profitieren am Ende unsere Kunden davon.

 

Zukunft

Tradition und Weiterentwicklung gehören bei alpetour zusammen. Welche Themen werden das Unternehmen und die Reisebranche in den kommenden Jahren besonders prägen?

Ein zentrales Thema wird sicherlich die technologische Entwicklung sein – Digitalisierung und natürlich Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig ist das für alpetour nichts völlig Neues. Das Unternehmen musste sich in seiner Geschichte immer wieder an neue Entwicklungen anpassen. Früher wurde mit Karteikarten, Wandplänen und Hängeakten gearbeitet. Angebote entstanden auf der Schreibmaschine mit mehreren Durchschlägen. Heute arbeiten wir digital, so gut wie papierlos und mit modernen Buchungssystemen. Der nächste Schritt ist nun die Einbindung von KI – den wir bereits schon angefangen haben zu gehen.

Doch trotz allem Fortschritt bin ich überzeugt, dass Technik das persönliche Reiseerlebnis niemals ersetzen kann. Eine virtuelle Reise mit einer VR-Brille kann zwar Bilder vermitteln, aber keine Gerüche, Geräusche, Begegnungen oder Emotionen. Genau diese Sinneseindrücke machen für mich Reisen aus.

Deshalb wünsche ich mir sehr, dass bei aller Digitalisierung der persönliche Kontakt und die menschliche Kommunikation weiterhin einen hohen Stellenwert behalten.

 

Blicken wir zehn Jahre voraus: Worauf möchten Sie zum 75-jährigen Jubiläum besonders stolz zurückblicken?

Ich möchte sagen können: Wir haben unsere Position als Nummer 1 für Klassenfahrten über die letzten 10 Jahre beibehalten und gehören nach wie vor zu den führenden Anbietern im Gruppenreisegeschäft.

Mindestens genauso wichtig wäre für mich auch, dass wir uns in diesen zehn Jahren nicht verbogen haben – dass unsere Werte und unsere Unternehmenskultur in den Jahren genauso gelebt wurden wie heute und alpetour ein Unternehmen geblieben ist, bei dem Menschen gerne arbeiten und selbstverständlich auch, mit dem Menschen gerne arbeiten.

Und natürlich würde ich mich freuen, wenn wir dann auf noch mehr Partnerschaften in der dritten oder sogar vierten Generation zurückblicken könnten. Denn genau diese langfristigen Beziehungen sind etwas ganz Besonderes und machen alpetour aus.

 

 

Das Interview führte: Annika Fischer

Marketingleitung

Annika  ist seit über 25 Jahren Teil der alpetour-Familie. Nach Ihrer Ausbildung war sie viele Jahre Ansprechpartnerin und Product & Senior Sales Managerin für das Zielgebiet Südtirol und organisierte hauptverantwortlich das Beachline Festival - das größte Beachvolleyballcamp der Welt. 2020 wechselte sie ins Marketing-Team von alpetour und verbindet seitdem ihre umfassende Erfahrung aus allen Bereichen mit kreativen Ideen. 
Annikas Motto ist: "Life is better at the beach!"